Konzept für mehr Energieeffizienz geht auf

ALTMÄRKER nutzt Wärme aus BHKW jetzt auch zur Kühlung

Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit: die neue Absorbtionskälteanlage.

Wenn man ihn kaufen muss, kann Strom richtig teuer werden. Insbesondere für Unternehmen wie den ALTMÄRKER, wo jede Menge davon benötigt wird. Denn in Produktion und Kühlräumen sind eher niedrige Temperaturen erwünscht. „Die Kühlmaschinen sind der größte Stromverbraucher“, sagt Geschäftsführer Jörg Viehmann. Sie benötigten gut die Hälfte des insgesamt erforderlichen Stroms. Schon vor Jahren dachte er daher gemeinsam mit seinem Vater Alfred Viehmann über eine energieeffiziente und auch umweltfreundliche Lösung nach – und fand diese in einem Blockheizkraftwerk (BHKW). Ein solches zu kaufen war seinerzeit gar nicht so einfach, „Das wollte uns keiner in Eigenverantwortung übergeben“, erinnert sich Olaf Simchen, seit über 20 Jahren technischer Leiter beim ALTMÄRKER. Einschlägige Firmen hätten ihre BHKW nur im Zusammenhang mit Wartungsverträgenabgeben wollen. Das Unternehmen setzte jedoch der Unabhängigkeit wegen eher auf Eigenregie.

 

BHKW im Container

Und so kam es schließlich auch: Seit 2012 steht auf dem Betriebsgelände ein Überseecontainer mit den Maßen 12 x 3 x 2,5 Meter. Der darin befindliche Motor mit 24 Litern Hubraum und 12 Zylindern treibt einen Generator an. „Das funktioniert wie mit dem Dynamo am Fahrrad“, so Jörg Viehmann. Als Brennstoff dient Erdgas. „Das ist die CO2-effektivere Variante“, weiß Olaf Simchen.
Konkret bedeutet eine solche Lösung eine deutliche geringere Umweltbelastung durch CO
2-Ausstoß. Sie wird somit von staatlicher Seite auch mehr gefördert.

Das BHKW liefert pro Stunde 240 Kilowatt elektrische und 360 Kilowatt thermische Energie. Beides kann der ALTMÄRKER gut brauchen – unter anderem für die Heizung und die Warmwasserversorgung im Winter. Im Sommer allerdings wird weniger technische Wärme benötigt. „Daher kam die Absorbtionskälteanlage ins Spiel,“, erläutert Jörg Viehmann den Hintergrund für deren Anschaffung im Jahr 2017. Die Anlage verwandelt nun die überschüssige Wärme mithilfe von Druckveränderung in Kälte – eine willkommene Unterstützung fürs Kühlsystem.

"Learning by doing"

Auch im Fall der Absorbtionskälteanlage hat das Unternehmen nach deren Kauf auf Unterstützung durch Fremdfirmen verzichtet. „Wir steigen nicht jeden Tag ins Taxi und lassen uns fahren“, betont Olaf Simchen den Wunsch nach Eigenständigkeit. „Wir fahren lieber selber.“ Der gelernte KfZ-Schlosser hat vor Jahren schon die Betreuung des BHKW übernommen. Nun fuchste er sich nach dem Prinzip „Learning by Doing“ auch im Fall der Absorbtionskälteanlage in die schwierige Materie ein: „Man muss die Anlage spezifisch auf den Bedarf und die Arbeitsweise des Betriebes einstellen. Das kann nur der Betreiber selbst.“

Und auch sonst gilt es allerhand Feinheiten zu berücksichtigen – das beginnt schon mit der Wasserqualität, denn die Anlage braucht mineralienfreies Wasser, das extra aufbereitet werden muss. Eine bis anderthalb Stunden ist der technische Leiter täglich mit der Betreuung befasst – an guten Tagen mit reibungslosem Ablauf. Ab und an geht jedoch deutlich mehr Zeit drauf: „Wenn man Pech hat, ist man einen ganzen Tag mit Fehlersuche beschäftigt.“

Weniger Fremdenergie nötig

Die Absorbtionskälteanlage läuft nicht übers ganze Jahr, sondern nur in der Zeit, in der das Unternehmen weniger technische Wärme aus dem BHKW benötigt. Das ist über sieben bis acht Monate im Jahr der Fall. „Im Winter ist der Absorber ineffizient“, so Olaf Simchen. Daher sei er – nach entsprechender Vorbereitung – erst 2018 wieder eingeschaltet worden. Der folgende lange heiße Sommer wurde zur Bewährungsprobe für das neue Konzept in Sachen Nachhaltigkeit. Und der Plan, die Leistung des BHKW künftig besser zu nutzen, ging auf: Das Kühlsystem benötigt jetzt deutlich weniger Fremdenergie. „Wir haben unseren Stromzukauf dank des BHKW schon halbieren können“, berichtet Olaf Simchen zufrieden. „Mit dem Absorber konnten wir weitere 30 Prozent einsparen.“

Natürlich müsse man jetzt mehr Gas einkaufen, so Geschäftsführer Jörg Viehmann. Unterm Strich werde aber auf jeden Fall gespart, denn Gas sei billiger als Strom. Insgesamt ist beim ALTMÄRKER in Sachen Nachhaltigkeit noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: „Wir machen uns weiterhin Gedanken: Wie können wir noch umweltfreundlicher und effizienter werden?“

Weg vom Plastik!

ALTMÄRKER führt in Kürze Einwegbesteck aus Holz ein

Weg vom Plastik – diese Devise gilt beim ALTMÄRKER schon seit etlichen Jahren. „Als Unternehmen sind wir in einer besonderen Verantwortung“, betont Geschäftsführer Jörg Viehmann die Dringlichkeit, nachhaltig zu denken und zu handeln. „Deshalb haben wir Plastik weitestgehend eliminiert.“

Das war und ist teils gar nicht so einfach, gilt es doch in der Lebensmittelbranche strenge Hygienevorschriften zu beachten. Dennoch hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren geeignete Wege gefunden, seinen ökologischen Fußabdruck immer wieder zu optimieren.

Dies betrifft insbesondere die Filialen: Dort wird im Verkauf wie auch bei der Bewirtung täglich eine Menge an Material benötigt, nicht nur zur Verpackung. Längst wickeln die Verkäuferinnen ihren Kunden die Einkäufe in umweltfreundliches Kraftpapier, längst sind auch die Plastikeinkaufstüten durch solche aus Papier ersetzt. Convenience-Schalen sind mehrfach verwendbar, Trink- und Salatbecher bestehen aus Pappe. Eine umweltfreundlichere Lösung wünschte sich der Geschäftsführer auch noch fürs Besteck.

Gemäß der Plastikmüll-Statistik 2016 werden nur etwa 42 Prozent des Plastik-Mülls in Deutschland recycelt. Und in weiten Teilen des Meeres schwimmt inzwischen sechsmal mehr Plastik als Plankton.
(Quelle: www.careelite.de/plastik-muell-fakten/)

Von 2021 an will das EU-Parlament Wegwerf-Artikel aus Plastik verbieten. Doch so lange will Jörg Viehmann nicht warten: „Wir handeln jetzt.“ Zum Jahreswechsel wird der ALTMÄRKER daher beim Mittagstisch ebenso wie im neuen Imbisswagen Einwegbesteck aus Holz einführen. Das Naturprodukt ist kompostierbar.
 

Ökologische Alternative

Das Holz für das Einwegbesteck, das beim ALTMÄRKER zum Einsatz kommt, stammt aus zertifiziert nachhaltiger Forstwirtschaft. Alle Teile sind eigens mit einem Biowachs beschichtet, damit sie sich im Mund besonders angenehm anfühlen.

Das neue Einweg-Holzbesteck überzeugt sowohl
ökologisch als auch optisch.